Ansicht des Landratsamtes mit Schriftzug und Treppe

Kinderschutz...von Anfang an!

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10.11.2017 3. KoKi-Fachtagung fand überregionale Resonanz

Die beiden Koordinierenden Kinderschutzstellen (KoKi) von Stadt und Landkreis hatten zum Fachtag „Kinderschutz …von Anfang an!“ eingeladen. 200 Fachleute aus dem gesamten ostbayerischen Raum sind dieser Einladung gefolgt und trafen sich zur gemeinsamen Fortbildung und Vernetzung im Hotel Asam in Straubing. Kooperationspartner der Veranstaltung waren neben dem Ärztlichen Kreisverband, die Schwangerenberatungsstelle des Staatlichen Gesundheitsamtes und das Staatliche Schulamt für die Stadt Straubing und den Landkreis Straubing-Bogen.

Dass der Kinderschutz ein äußerst wichtiges Anliegen ist, betonten sowohl Bürgermeisterin Maria Stelzl als auch Landrat Josef Laumer im jeweiligen Grußwort.

Andrea Bär von der KoKi der Stadt Straubing und Rosi Rinkl von der KoKi des Landkreises war es gelungen, drei namhafte Referenten nach Straubing einzuladen. „Ziel war es, das Thema Kinderschutz aus ganz unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten und insbesondere den vorgeburtlichen Zeitraum und die Kleinkinderzeit zu beleuchten“, erläutert Rosi Rinkl. Und Andrea Bär fügt an: „Neben der Erweiterung des Fachwissens war die Vernetzung der verschiedenen Professionen ein wichtiger Grundgedanke dieses Fachtages.“ Denn eingeladen waren alle Berufsgruppen, die in Kontakt mit Kindern und Familien stehen: Ärzte, Hebammen, Kinderkrankenschwestern, Bewährungshelfer, Schwangerenberaterinnen, Lehrkräfte, Polizisten, Jugendamtsmitarbeiter,  Sozialdienste, Hauswirtschaftliche Dienste, Fachkräfte der Frühen Hilfen und Erzieherinnen.

Dr. med. Martin Schneider, Leiter der Pränatal-Diagnostik am Klinikum Passau referierte zum Thema „Ich wusste gar nicht, dass ich so meinem Kind schade“.

Er zeigte zunächst die verschiedenen Entwicklungsphasen des ungeborenen Kindes auf und verwies auf die besonders sensible Phase der ersten drei Schwangerschaftsmonate, in der wichtige Organe des Kindes angelegt werden. Dr. Schneider gab eine umfassende Übersicht über mögliche Gefährdungen des ungeborenen Kindes und berichtete aus seinem Praxisalltag. Er wies auf verschiedene Medikamente hin, die die Entwicklung des Kindes beeinträchtigen oder nachhaltig schädigen. Nicht zuletzt ging er auf die negativen Auswirkungen von Substanzen wie Nikotin, Alkohol und Drogen ein. „Vielfach passieren Schädigungen des Ungeborenen in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten“, so seine Warnung.

„Frühe Vernachlässigung und Kindeswohlgefährdung“ war das Thema von Dr. Heinz Kindler, Leiter der Fachgruppe „Familienhilfe und Kinderschutz“ beim Deutschen Jugendinstitut in München. Dr. Heinz Kindler stellte eingangs die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Kinderschutz dar. Er zeigte auf, wie wichtig es für einen gelingenden Kinderschutz ist, dass verschiedene Akteure eng zusammenarbeiten. Dazu sei es notwendig, dass die einzelnen Fachleute und Organisationen gegenseitig ihre Kompetenzen und Grenzen des Handelns kennen und dass eine Klärung bestimmter Begrifflichkeiten erfolgt. Anhand von verschiedenen Praxis-Beispielen und Untersuchungsergebnissen zeigte er Auswirkungen von Langzeit-Vernachlässigungen im Säuglings- und Kleinkindalter auf die spätere Entwicklung des Kindes auf. Zudem berichtete er über verschiedene Untersuchungsergebnisse aus den Frühen Hilfen.

Pia Manjgo, Oberärztin und Kinderschutzmedizinerin am Kinderkrankenhaus St. Marien in Landshut stellte das Thema „Medizinische Kinderschutzarbeit und ihr Stellenwert dar“. Sie ging in sehr anschaulicher Weise auf verschiedene körperliche Verletzungen bei Säuglingen und Kleinkindern und deren medizinische Interpretation ein. Sie berichtete über die Zusammensetzung und die Wichtigkeit der Kinderschutzgruppe am Kinderkrankenhaus Landshut, die aus verschiedenen Berufsgruppen besteht. Mehrfach betonte sie die Notwendigkeit der engen Zusammenarbeit zwischen Medizin und Jugendhilfe.

Die Koordinierenden Kinderschutzstellen sind im Landratsamt Straubing-Bogen und im Sozialen Rathaus der Stadt Straubing angesiedelt. Die beiden Sozialpädagoginnen Rosi Rinkl und Andrea Bär freuten sich gemeinsam mit den Kooperationspartnern „über eine sehr gelungene Veranstaltung und die große überregionale Resonanz.“ Moderiert wurde die Veranstaltung durch Günter Edenhofer.

Foto: Andrea Bär (links) und Rosi Rinkl (rechts) bedankten sich bei der Kinderschutzmedizinerin und Oberärztin Pia Manjgo für den hochinteressanten Vortrag.

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