Ansicht des Landratsamtes mit Schriftzug und Treppe

Spielerisch und mit Spaß statt durch Verbote

12.07.2019 „JugendFilmTage“ zum Thema Alkohol & Nikotin bieten moderne Prävention

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Spielerisch und mit Spaß statt durch Verbote – so soll moderne Prävention funktionieren. Die „JugendFilmTage“ zum Thema Alkohol & Nikotin setzten genau dies um.

Organisiert wurde die dreitägige Veranstaltung im Citydom vom Sozialpädagogischen Fachdienst der Abteilung Gesundheitswesen am Landratsamt Straubing-Bogen in Kooperation mit dem Stadtjugendring (SJR) Straubing und dem Betreuungsverein 1:1 Soziale Partnerschaften e.V. Für die Durchführung der Aktion mit Schülerinnen und Schülern aus den Jahrgangsstufen sieben bis neun aus verschiedenen Schulen stellte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Materialien zur Verfügung.

Das Umdenken findet nicht nur in der Art der Prävention statt, sondern auch bei den Jugendlichen selbst. „Rauchen und Alkohol gilt bei immer weniger Jugendlichen als cool“, hat Verena Schmalhofer von der Fachstelle für Suchtberatung am Landratsamt Straubing-Bogen einen Trend festgestellt. Allerdings: Exzesse und Ausreißer gibt es immer noch und immer wieder. Gerade deshalb hieß der Untertitel zu den Jugendfilmtagen auch „Alltagsdrogen im Visier.“ Denn Alkohol und Nikotin sind Suchtmittel – allerdings legale. „Schülerinnen und Schüler sollen spielerisch und unterhaltsam erfahren, welches Abhängigkeitspotenzial und welche gesundheitsschädlichen Wirkungen entstehen und zu einem risikobewussten Umgang motiviert werden“, erklärt Verena Schmalhofer die Intention.

Und das Konzept ging auf: Erst gab es an einem Mitmach-Parcours vier Stationen, danach wurde gemeinsam der Film „Zoey“ angeschaut und mit Pädagogen nachbesprochen. Gerade die Rauschbrille zeigte eindrucksvoll auf, was mit dem Körper im Vollsuff geschieht. Und die Stationen zeigen Wirkung: Wenn symbolisch eine ganze Mauer einstürzt, weil das Leben auf Alkohol oder Zigaretten aufgebaut ist oder die Pädagogen erklären, dass der Rauschbrillenzustand in manchen Familien täglicher Alltag ist, dann merkt man an den Gesichtern der Jugendlichen, dass der gewünschte Effekt erreicht wird. Gleiches gilt für den Film „Zoey“ über die Lebenswelt von Kindern aus einer suchtbelasteten Familie. Nachdenkliche Blicke und Mienen am Ende des Films, gefolgt von eindringlichen Diskussionen mit den Pädagogen. Besonders wichtig dabei: „Die Jugendlichen sollten durch den Film erkennen, dass Alkoholabhängigkeit eine Krankheit ist, für die man professionelle Hilfe braucht“, so Verena Schmalhofer. Und professionelle Hilfe gibt es auch in der Region: Entweder im Gesundheitsamt Straubing im Landratsamt in der Leutnerstraße bei der Fachstelle für Suchtberatung (Herr Edenhofer und Frau Schmalhofer), in der Caritas Fachambulanz für Suchtprobleme in der Oberen Bachstraße oder als neues Angebot speziell für Jugendliche auch in der Jugendsprechstunde des Betreuungsvereins 1:1 in der Mühlsteingasse 10 in Straubing jeden Mittwoch von 16 bis 18 Uhr. „Wichtig zu sagen ist, dass alle Angebote kostenfrei sind und auch anonym wahrgenommen werden können. Auch stehen alle Beratungsstellen unter Schweigepflicht“, sagt Schmalhofer.

Moderne Prävention, die augenscheinlich erreicht, was sie soll: Dass die Botschaft bei den Jugendlichen ankommt. Ganz ohne Drohungen und Verbote, sondern durch Erfahrung, Erleben und Aufklärung. Dazu trug auch ein Gewinnspiel als Motivation bei, bei dem dank der Unterstützung durch das Lions Hilfswerk e.V., vor Ort attraktive Preise wie Kino-, Eisdielen-, Boulderhallen-, Freibadgutscheine und Buchgeschenke verlost wurden. Dadurch sollten die Jugendlichen Anreize zur sinnvollen Freizeitgestaltung bekommen – ganz ohne Drogen.

Foto: Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse der Mittelschule St. Josef freuen sich über ihre Gewinne, die vom Lions Hilfswerk e.V. gespendet wurden. Mit im Bild Dr. Florian Herpich, Präsident des Lions Hilfswerks Straubing e.V. und Verena Schmalhofer.

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