Ansicht des Landratsamtes mit Schriftzug und Treppe

Erste Planungen zur Kirchensanierung in Pürgl

13.04.2017 Förderverein übergibt Antrag auf Gewährung von Zuwendungen für die Erhaltung und Sicherung von Kunst- und Geschichtsdenkmälern

Sie ist ein echtes Juwel – und wird nicht zu Unrecht eine Perle in Barock und Rokoko genannt: Die Kirche in Pürgl, Gemeinde Neukirchen. Es handelt sich um eine der schönsten und kunsthistorisch interessantesten Kirchen des Landkreises Straubing-Bogen.

Sie wurde im Jahre 1712 erbaut. Architektur und Innenausstattung weisen zahlreiche Besonderheiten auf, die im Wesentlichen unversehrt aus der Entstehungszeit stammen. Seit 1977 ist die Kirche Eigentum des Fördervereins, der sich mit seinen aktuell 141 Mitgliedern um deren Erhalt kümmert.

Nun will der Förderverein eine Instandsetzung der Kirche in die Wege leiten. Aus diesem Grund wurden Mitglieder der Vorstandschaft beim Landratsamt Straubing-Bogen und Landrat Josef Laumer vorstellig zur Übergabe des Antrags auf Gewährung von Zuwendungen für die Erhaltung und Sicherung von Kunst- und Geschichtsdenkmälern, um mit Voruntersuchungen beginnen zu können. „Dass eine Kirche nicht im Diözesan-Besitz steht, sondern Vereinseigentum ist, ist etwas ganz Besonderes“, so der Landrat, der den Mitgliedern des Fördervereins Respekt zollte: „Meine allergrößte Hochachtung vor allen, die es sich ehrenamtlich zur Aufgabe gemacht haben, dieses über 300 Jahre alte, kunsthistorisch einmalige Gotteshaus, zu erhalten. Wir werden das im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen.“

Auf Anregung von Pater Simeon und erstem Vorstand Alois Früchtl fand im Vorfeld bereits eine fachliche Besichtigung des Objekts statt. Hierbei begutachteten Anton Stauber, Sachgebietsleiter Denkmalschutz am Landratsamt Straubing-Bogen, und Dr. Michael Mette, Landesamt für Denkmalpflege, den Zustand der Kirche. Im Rahmen eines Vorprojekts sollen nun umfassende Untersuchungen erfolgen, um die Schäden an den einzelnen Bauteilen und historischen Kunstschätzen festzustellen. Daraus wird dann in Zusammenarbeit von Förderverein und Vertretern der Denkmalpflege ein Gesamtkonzept zu Instandhaltungs- und Restaurationsarbeiten erstellt. Erst dann wird man auch einen genaueren Überblick über die Kosten haben. Klar ist aber schon jetzt, dass man neben Landes- und Landkreismitteln auch auf Spenden und eigene Aktionen angewiesen sein wird.

Lohnen soll sich das in jedem Fall, wie Vorstand Alois Früchtl, übrigens erst der dritte Vorstand in der langen Geschichte, betont: „Bei der Erbauung der Kirche richteten die damaligen Künstler ihr Hauptaugenmerk auf den Patron der Kirche, den Heiligen Paulus. Daneben aber laden 15 weitere Heilige den Besucher zu Andacht und Gebet ein. Die Kirche ist damit zu einem wahren bayerischen Heiligenhimmel geworden. Der Hochaltar, beide Seitenaltäre, die Kanzel und die Altarblätter sind aus Lindholz geschnitzt und erhielten keinerlei Fassung. Dies dürfte die Kirche wohl landesweit einmalig machen.“

Foto: Bei der Übergabe des Antrags auf Gewährung von Zuwendungen für die Erhaltung und Sicherung von Kunst- und Geschichtsdenkmälern (v.l.n.r.:) Sachgebietsleiter Anton Stauber, Vorstand Alois Früchtl, Kassier Matthias Wallner und Landrat Josef Laumer.

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