Ansicht des Landratsamtes mit Schriftzug und Treppe

„Hohes Niveau bei den Multiplikatoren“

05.11.2019 Schulung am Präventionsparcours „Cannabis – Quo vadis?“

Die Teilnehmer/innen an der Multiplikatorenschulung mit Landrat Josef Laumer (ganz rechts) und Organisatorin Verena Schmalhofer (siebte von rechts) stehend vor dem Sitzungssaal im Landratsamt.
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Aktuelle politische Debatten verunsichern Jugendliche bzw. ermuntern sie dazu Cannabisprodukte zu verharmlosen. Umso wichtiger ist es der Fachstelle für Suchtprävention der Abteilung Gesundheitswesen im Landratsamt Straubing-Bogen mit Mythen zur Thematik aufzuräumen und eine qualitativ hochwertige und fachlich fundierte Prävention an den Schulen durchführen zu können.

Hierfür wurde der für Schulveranstaltungen gut geeignete Methodenkoffer „Cannabis - Quo vadis?“ angeschafft und es wurden in den Räumlichkeiten des Landratsamtes 20 Multiplikatoren geschult. Anwesend waren neben den Präventionsfachkräften der Abteilung Gesundheitswesen des Landratsamtes Straubing-Bogen auch Mitarbeiterinnen des Jugendamtes, Jugendsozialpädagoginnen an Schulen der Stadt Straubing und des Landkreises Straubing-Bogen, sowie überregional tätige Präventionsfachkräfte.

„Es ist wichtig, dass die Multiplikatoren entsprechend geschult sind“, sagt Verena Schmalhofer, Sozialpädagogin am Gesundheitsamt und Organisatorin der Veranstaltung. Auch Landrat Josef Laumer ließ sich persönlich über den Methodenkoffer und die Inhalte der Multiplikatorenveranstaltung informieren. „Aus meiner früheren Tätigkeit bei der Kriminalpolizei bin ich mit der Thematik bestens vertraut und weiß um die Probleme“, betonte Josef Laumer.  „Deshalb bin ich froh, dass durch die Fort- und Weiterbildung ein hohes Niveau bei den Multiplikatoren geschaffen wird.“

Als externer Referent der Veranstaltung zeigte Daniel Ott von der Villa Schöpflin GmbH und Mitentwickler des strukturierten Präventionsprojektes „Cannabis – Quo Vadis?“ die physiologische Wirkweise von Cannabinoiden im Gehirn und die Auswirkungen auf den Körper auf. „Das Cannabis-Einstiegsalter ist stark gesunken. Und fakt ist, dass Cannabis im Gehirn von Jugendlichen eine bei Weitem schädlichere Wirkung hat als im Gehirn von Erwachsenen“, so Ott.

Am Ende stellte Ott den Präventionsparcours „Cannabis – Quo Vadis?“ vor. Der Parcours ist ein interaktiv und mehrfach fachlich evaluiert und bietet Jugendlichen im Alter von 13 bis 18 Jahren anhand von verschiedenen Themenstationen fachlich fundierte und sachliche Informationen zum Thema Cannabis. Bestehende Mythen wie „Kiffen ist gesünder als Rauchen“ und andere Fehlinformationen werden korrigiert. Während des ca. 90 minütigen Workshops setzen sich die Jugendlichen u.a. mit ihrer eigenen Biographie auseinander, indem sie die Auswirkungen des Cannabiskonsums mit Lebensentwürfen fiktiver Personen in Zusammenhang setzen. Auch Situationen zu Hause und in der Schule werden mit Hilfe von anschaulichen Materialen durchgespielt und diskutiert und ein Perspektivenwechsel mit Eltern und Lehrern angeregt. Die Jugendlichen erhalten zudem Informationen über das Hilfesystem in ihrer Region.

Denn eines veranschaulicht Verena Schmalhofer noch einmal: „In den letzten Jahren hat sich die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe von vielen Cannabiszüchtungen stark verändert. Cannabiskonsum heute unterscheidet sich daher stark von dem in der sogenannten Flower-Power-Zeit der 1960-er Jahre, als wesentlich geringere THC-Wirkstoffkonzentrationen in Cannabis enthalten waren.“

Bei Interesse an einer Präventionsveranstaltung zum Thema Cannabis oder generell bei Fragen zur Thematik kann man sich bei der Fachstelle für Suchtprävention und Suchtberatung am Gesundheitsamt für die kreisfreie Stadt Straubing und den Landkreis Straubing-Bogen unter Telefon 09421/973-515 melden.

Foto: Die Teilnehmer/innen an der Multiplikatorenschulung mit Landrat Josef Laumer (ganz rechts) und Organisatorin Verena Schmalhofer (siebte von rechts).

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