Ansicht des Landratsamtes mit Schriftzug und Treppe

24 neue qualifizierte KrippenpƤdagoginnen

Abschluss der Qualifikationsmaßnahme in Niederwinkling
 
Neben dem landesweiten Anstieg der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren vollzieht sich regional im Landkreis Straubing-Bogen und in der Stadt Straubing auch ein quantitativer Krippenausbau. Wesentliche Eckpfeiler hoher Krippenqualität sind neben einem guten Anstellungsschlüssel und entsprechenden Rahmenbedingungen eine fundierte Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte. Insbesondere die pädagogischen Mitarbeiterinnen haben eine Schlüsselposition inne, wenn es um die Qualitätsentwicklung der pädagogischen Arbeit mit Kindern unter drei Jahren geht.
 
Um in den Kindertageseinrichtungen in der Region die Umsetzung hoher Krippen-Standards zu gewährleisten, haben die zuständigen Vertreterinnen für Kindertagesstätten beim Amt für Jugend und Familie Straubing-Bogen, Marie-Luise Bachl und Gerlinde Gietl für die Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen einen zertifizierten Weiterbildungskurs „Qualifizierung zur Krippenpädagogin“ organisiert.
 
Über 14 Monate hinweg haben sich 24 Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen aus dem Landkreis Straubing-Bogen, der Stadt Straubing und dem Landkreis Deggendorf berufsbegleitend zur „Qualifizierten Krippenpädagogin“ weitergebildet. Unter der bewährten Seminarleitung von Frau Dr. Dorothea Emmerl qualifizierten sich die Teilnehmerinnen unter großem Engagement und einem zeitlichen Lern- und Arbeitspensum von 280 Theorie- und Transferstunden für die pädagogische Arbeit, die Bildung und Erziehung von Kindern von null bis drei Jahren.
 
Im Fokus der Fortbildung standen die Rollen und Kompetenzen der pädagogischen Fachkräfte sowie die Beziehungsqualität in Interaktion mit dem einzelnen Kind und der Krippengruppe. Die Kursteilnehmerinnen wurden darin unterstützt, die Betreuungsumgebung so zu gestalten, dass sich die Kinder entsprechend ihren Bedürfnissen entwickeln und bilden können. Es wurden Qualitätskriterien für eine ganzheitliche entwicklungsbegleitende Förderung der Kleinkinder sowie die Beziehungsgestaltung mit den Familien erarbeitet.
 
Die zentralen Aufgaben frühkindlicher Beobachtung, Dokumentation, Planung und Analyse waren darauf ausgerichtet, die Bildungs- und Lernprozesse im Kleinkindalter transparent zu machen und die Kinder individuell zu fördern. Wie die Krippenstandards verdeutlichen, erfordert die Qualitätsentwicklung eine enge Abstimmung zwischen Einrichtungsträgern, pädagogischen Fachkräften und Eltern.
 
Im Verlauf der Weiterbildung entwickelte sich zwischen den pädagogischen Fachkräften der verschiedenen Einrichtungen ein enges Netzwerk. Um die Qualitätsstandards weiter auszudifferenzieren und den künftigen Transfer in die Praxis zu gewährleisten, wollen die Krippenpädagoginnen künftig weiter kooperieren. Dabei verfolgen die Krippenfachkräfte vorrangig das Ziel, das Qualitätsniveau in den Einrichtungen weiter anzuheben. Sie beziehen sich auf wissenschaftliche Studien die belegen, dass hohe Krippenstandards einen positiven Einfluss auf die sprachliche, sozial-emotionale und kognitive Entwicklung von Kindern unter drei Jahren haben und damit nachhaltig zu einem größeren Bildungserfolg beitragen.
 
In einer kleinen Feierstunde im Bürgerhaus Niederwinkling wurden den Teilnehmerinnen von der stellvertretenden Landrätin Christa Heisinger, im Beisein von Bürgermeister Ludwig Waas, der Fachaufsicht über die Kindertageseinrichtungen im Landkreis Straubing-Bogen, Gerlinde Gietl, sowie der pädagogischen Fachberatung, Maria-Luise Bachl die Zertifikate überreicht.
 
In ihrem Grußwort übermittelte Stellvertretende Landrätin Christa Heisinger zunächst den Teilnehmerinnen den Dank des Landkreises Straubing-Bogen für ihr großes zeitliches und persönliches Engagement, sich den Herausforderungen der modernen Krippenpädagogik zu stellen. Darüber hinaus richtete sie den Dank auch an die Träger und Kommunen, die entsprechend den veränderten Lebenskonzepten der Familien beziehungsweise der Alleinerziehenden reagiert haben und qualitativ hochwertige Betreuungsmöglichkeiten für Klein- und Kleinstkinder geschaffen haben. So sind zum heutigen Tag im Landkreis Straubing-Bogen bereits an 24 Kindertageseinrichtungen über 330 Krippenplätze in Betrieb, im laufenden Betreuungsjahr werden an 3 weiteren Einrichtungen Krippenplätze eröffnet werden. Bis zum Ende des Betreuungsjahres 2012/2013 werden im Landkreis Straubing-Bogen voraussichtlich über 400 Krippenplätze zur Verfügung stehen. Im Endausbau wird der Landkreis Straubing-Bogen bei rund 600 Krippenplätzen liegen.
Abschließend dankte die Stellvertretende Landrätin der Gemeinde Niederwinkling für die kostenlose Bereitstellung der Seminarräume mit der dazugehörigen Infrastruktur zur Durchführung des Seminars.
 
Bürgermeister Waas sprach in seinem Grußwort den Teilnehmerinnen ebenfalls seine Glückwünsche zur bestandenen Qualifizierung aus. Er verdeutlichte aus der Sicht der Kommune den engen Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Wachstum und hohen Qualitätsstandards in der Kindertagesbetreuung. Von Anfang an habe die Gemeinde Niederwinkling einen Schwerpunkt darauf gesetzt, für ihre Bürger wie auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den ortsansässigen Betrieben möglichst optimale Möglichkeiten der Kindertagesbetreuung anzubieten.
 
Die Kursleiterin, Frau Dr. Dorothea Emmerl, ging in ihrem abschließenden Resümee über den Kurs nochmals auf die wichtigsten Veränderungsprozesse im Hinblick eine gelingende Krippenpädagogik, auch im Sinne der Erziehungspartnerschaft mit den Eltern ein.