Ansicht des Landratsamtes mit Schriftzug und Treppe

E-WALD geht in die Umsetzungsphase

Beteiligte Kommunen über weitere Schritte informiert
 
 
Nachdem die umfangreichen Projekt- und Forschungsvorbereitungen für die Erprobung der Elektromobilität im ländlichen Raum ihm Rahmen des Forschungsprojekts E-WALD nun nahezu abgeschlossen sind, steht die konkrete Umsetzung des Projekts in den beteiligten Landkreisen und Kommunen unmittelbar bevor. Um über die nächsten konkreten Schritte zu informieren, lud Landrat Alfred Reisinger die Bürgermeister und Vertreter der 13 Landkreiskommunen ein, die künftig eine Ladesäule bekommen sollen. Dabei gab der Projektleiter von E-WALD, Klaus Mairhöfer, einen Überblick über den weiteren Projektverlauf und stand den Bürgermeistern bei ihren Fragen Rede und Antwort.
 
Wie Klaus Mairhöfer eingangs berichtete, seien die aufwendigen Förderfragen nun annähernd geklärt. Jetzt könne mit der konkreten Umsetzung, also dem Aufstellen der Ladesäulen in den beteiligten Kommunen und der Anschaffung eines Elektrofahrzeug-Fuhrparks begonnen werden. Dazu sei ein Projektmitarbeiter von E-WALD bereits in den sechs Landkreisen unterwegs und bespricht vor Ort mit den Gemeinden die Standorte und die technischen Voraussetzungen für die Ladesäulen. Aufgrund der Förderrichtlinien sei eine Trennung von E-WALD in die Bereiche Forschung und Lehre und den gewerblichen Betrieb der Ladesäulen und der Vermietung der Elektrofahrzeuge notwendig. Dieser gewerbliche Bereich soll in der E-WALD AG organisiert werden. Geschäftszweck der E-WALD AG ist die Bereitstellung der Ladesäulen-Infrastruktur in den sechs beteiligten Landkreisen sowie die Anschaffung der Elektrofahrzeuge, die anschließen an interessierte Nutzer wie Touristen, Unternehmen und Kommunen vermietet werden. Da die Erkenntnisse aus dem Betrieb der Fahrzeuge der weiteren Erforschung der Elektromobilität insbesondere im ländlichen Raum dienen, wird sowohl die Anschaffung der Autos als auch die Errichtung der Ladesäulen mit Fördermitteln unterstützt. Zur Finanzierung der E-WALD AG hatte Projektleiter Klaus Mairhöfer eine wichtige Nachricht für die Vertreter der beteiligen Landkreis-Kommunen dabei. Jede Gemeinde, die künftig eine Ladesäule im Rahmen von E-WALD bekommen soll, leistet pro Säule eine finanzielle Beteiligung an der E-WALD AG in Höhe von 51.000 Euro. Damit verbunden ist der Erwerb von Aktien an der E-WALD AG. Im Gegenzug erhält jede Kommune für die Bereitstellung der Infrastruktur für die Ladesäule einen pauschalen Betrag von der E-WALD AG erstattet. Darüber hinaus bekommt jede Gemeinde zunächst für die Dauer von vier Jahren eine jährliche Miete für den Ladesäulenplatz. Mairhöfer warb bei den anwesenden Bürgermeistern und Gemeindevertretern, sich an der E-WALD AG zu beteiligen. Man wolle möglichst zeitnah mit der E-WALD AG an den Start gehen und die Ladesäulen-Infrastruktur bis zum Beginn der Tourismus-Saison im Frühjahr schaffen. Parallel dazu werden die Elektrofahrzeuge für den E-WALD-Fuhrpark angeschafft und ein Vermietungsportal im Internet aufgebaut. Schon bald sollen somit die ersten E-WALD-Elektroautos durch die E-WALD-Region rollen. Neben dem Hautpeinsatzfeld im touristischen Bereich besteht dann auch für Unternehmen, Privatleute und Kommunen die Möglichkeit, ein Elektrofahrzeug für einzelne Tage oder über einen längeren Zeitraum bei der E-WALD AG zu mieten. Dabei sollen auch Kommunalfahrzeuge für die Nutzung in gemeindlichen Bauhöfen dem Fuhrpark angehören.   
 
Landrat Alfred Reisinger bat Klaus Mairhöfer ergänzend um einen Ausblick auf das E-LAND-Förderprojekt des Bundes. Dabei schließen sich mehrere etablierte Elektromobilitäts-Modellregionen bundesweit zusammen. E-LAND soll dabei mit über 5.000 Elektrofahrzeugen für die praktizierte Elektromobilität im gesamten Bundesgebiet stehen. In diesem Projekt stehen Fördermittel in Höhe von 35 Millionen Euro zur Verfügung, wovon rund 6 Millionen Euro in die E-WALD-Region fließen könnten. Landrat Alfred Reisinger begrüßte diese Beteilung von E-WALD an diesem bundesweiten Projekt. „Damit können zusätzliche Fördergelder für die Erforschung der Elektromobilität in unsern Raum fließen“ betonte Reisinger und dankte abschließend Klaus Mairhöfer und Prof. Dr. Peter Sperber von der Hochschule Deggendorf für ihren großen Einsatz bei der Planung und nun folgenden Umsetzung des E-WALD-Projekts.