Ansicht des Landratsamtes mit Schriftzug und Treppe

Info-Austausch mit sonnigen Aussichten

Bioenergie-Region startet mit den Energy Scouts in die zweite Förderphase – Besichtigung eines Sonnenhauses
 
Er habe alles „in einem Paket“ haben wollen, sagt Johannes Kick: Wärme für die Raumheizung und das Brauchwasser fast das ganze Jahr über von der Sonne. Wichtig sei ihm als zusätzliche Wärmequelle außerdem ein Holzofen für den Wohnraum gewesen, um möglichst klimafreundlich zu heizen. Seit drei Jahren lebt die vierköpfige Familie aus Rain in einem Sonnenhaus in der „Rehwiesen“-Siedlung. Die Besitzer, Carola und Johannes Kick, ermöglichten jetzt einem Dutzend Energy Scouts eine Besichtigung ihres Hauses. Den Besuch bei den Kicks hatte das Netzwerkmanagement Bioenergie des Landratsamtes zum Auftakt-Treffen in die neue Förderphase der Bioenergieregion Straubing-Bogen organisiert.
„Im vergangenen Jahr war der 20. November der erste Tag, an dem wir begonnen haben, zu heizen“, erzählt Johannes Kick. Bis in den Februar hinein muss dann mit dem Holzofen zusätzlich geheizt werden. Dafür benötigt die Familie circa 5 Ster Holz pro Jahr. Der Großteil des Wärmebedarfs stammt jedoch von der Sonnenwärme, die über die 37,5 Quadratmeter große Sonnenkollektorfläche eingefangen und in einem ca. 8.500 Liter großen Wassertank gespeichert wird. 55 Euro zahlt die Familie an Strom im Jahr für die Heizung. Dass diese Kosten so niedrig sind, liegt auch an der sehr guten Wärmedämmung, die eine Grundvoraussetzung von Sonnenhäusern ist.
„Öl und Gas hingegen sind sehr teuer“, auch die Pelletspreise orientierten sich am Ölpreis, eine Wärmepumpe habe ihn nicht überzeugt, erinnert sich der Bauherr, wie er zur Entscheidung „Sonnenhaus“ kam. Darüber hinaus hätte er auch mit einer Ölheizung einen Platz für die Öltanks benötigt. Ein Vortrag vom Sonnenhaus-Experten Georg Dasch, den er in Regensburg gehört hatte, überzeugte Kick letztlich ganz, zumal auch die Solaranlage damals noch komplett gefördert wurde.
 
 
Zum Einstieg in den Tag hatte Netzwerkmanagerin Laura Osterholzer den knapp 20 anwesenden Scouts und dem kaufmännischen Geschäftsführer der Bioenergiegenossenschaft Windberg, Mario Ehrnböck, auch einen Ausblick auf die neue Förderphase bis 2015 gegeben. Als Schwerpunkte nannte Osterholzer die Optimierung vorhandener Anlagen, Energie sparen, sowie Kinder- und Jugendprojekte, die zum Teil mit dem Landkreis Cham als Kooperationspartner umgesetzt werden. In Planung sind auch Energietouren zu Sonnenhäusern für die Bevölkerung sowie ein Seminar für Biogasanlagenbetreiber.
Als deutlich sichtbares Zeichen der Bioenergieregion Straubing-Bogen verwies die Referentin auf ein Projekt des Technologie- und Förderzentrums: Eine CO-2-Uhr, die die CO-2-Einsparung durch die Nutzung regenerativer Energien aufzeige.
Auf eine vollständige Erfassung des Landkreises in punkto Strom, Wärme, Kraftstoff läuft der Energienutzungsplan hinaus, informierte Osterholzer, für den diesbezüglich die Antragstellung für eine Förderung läuft.
 
Im Anschluss daran berichteten die Energy-Scouts von ihren bisherigen Erfahrungen bei ihrer Tätigkeit als ehrenamtlich tätige Erstansprechpartner. Für den ein oder anderen sei es schwer zu differenzieren, ob er nun als Energy Scout oder wegen ihres Berufs – z. B. als Kaminkehrer - von den Bürgern um Rat angesprochen würden. „Das würde ich gerne machen“ begeisterte sich Anita Geiger aus Bogen dafür, künftig verstärkt das Energiethema mit Kindern und Jugendlichen in Schulen zu beackern. Sie wünschte sich auf der Bioenergie-Homepage Links zu Förderrichtlinien, um bezüglich der ständigen Änderungen auf dem Laufenden zu bleiben. Auch Thomas Friedl aus Parkstetten berichtete davon, mit einer Energiesparbroschüre für Kinder den örtlichen Kindergarten und die Schule besuchen zu wollen.
Der „Hit“ im Energiesparkoffer ist das Strommessgerät, dies würde bei der Blitzlichtrunde, in der jeder Scout von seinen Erfahrungen berichtete, deutlich. Maria Kulzer aus Ascha empfahl, jeden Monat den Stromverbrauch zu messen, um „Ausreißer“ im Privathaushalt sofort zu lokalisieren. Johannes Frankl aus Windberg wünschte sich in der Gemeindeverwaltung extra Ständer für das Info-Material. Auch an weiteren Ideen, in der Öffentlichkeit als erste Ansprechpartner noch präsenter zu werden, mangelte es den Scouts nicht: So plädierten Franz Hien aus Leiblfing bzw. Peter Seubert beispielsweise für Info-Stände am Eingang von Supermärkten. Sehr interessiert zeigten sich die Energy-Scouts auch am Bericht von Mario Ehrnböck von der Gemeindeverwaltung Windberg, der von die Gründung der Genossenschaft berichtete.