Ansicht des Landratsamtes mit Schriftzug und Treppe

Kommunalpolitiker informieren sich ├╝ber Pumpspeicherpotenzialstudie

Kommunalpolitiker informieren sich über Pumpspeicherpotenzialstudie

Landrat Laumer: „Bürger und Entscheidungsträger müssen frühzeitig beteiligt werden“

Kürzlich ließ sich Landrat Josef Laumer im Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie gemeinsam mit betroffenen Landkreisbürgermeistern über die Planungen der Staatsregierung in Sachen Pumpspeicherung informieren.

Ministerialrat Stefan Thums, Referatsleiter für Wasserkraft, stellte den Landkreispolitikern die jüngst erarbeiteten Studien zur Rentabilität von Pumpspeicherkraftwerken und zum Standortpotenzial im Freistaat Bayern vor. Mit letzterer Ausarbeitung sei allein das Ziel verfolgt worden, in abstrakter Form das Potenzial für Pumpspeicherung im Freistaat aufzuzeigen. Hinter den als geeignet eingestuften Standorten stünden aber aktuell keinerlei Investitionsplanungen. Nicht zuletzt würden mit der einen rein theoretischen Ansatz verfolgenden Ausarbeitung keinerlei Genehmigungsentscheidungen vorweggenommen.

Ester Schritt der Potenzialbetrachtung sei ein Flächenscreening anhand GIS-basierter Daten gewesen. Die Mindestanforderungen an einen Potenzialstandort lauteten wie folgt: Fallhöhen ≥ 200 m, Leistung ≥ 100 MW und Entfernung zwischen Ober- und Unterbecken ≤ 5 km. Unberücksichtigt blieben von Beginn an Siedlungsflächen ab einem Hektar, Bundesautobahnen, Bahnlinien, gips- und anhydrithaltige Gesteinsformationen, Naturschutzgebiete und Nationalparks. Die landesweit über das Flächenscreening ermittelten 31.233 Beckenkombinationen seien in einem zweiten Schritt nach den Kriterien Technik, Infrastruktur, Umweltbetroffenheit, Geologie und Wirtschaftlichkeit bewertet und gereiht worden. Unter den 16 hiernach am besten geeigneten Potenzialstandorten befänden sich mit den Gebietskulissen Hadriwa (Haibach), Kobelberg (Kirchroth und Wiesenfelden), Lehnerplatte (Schwarzach und Bernried) und Pfarrerberg (Sankt Englmar, Haibach und Neukirchen) vier im Landkreis Straubing-Bogen. Insgesamt sei in Bayern ein Potenzial von 11.000 MW ermittelt worden.

Aufgrund der heutigen Marktbedingungen sei Pumpspeicherung nach wissenschaftlicher Untersuchung aber gegenwärtig nicht rentabel; jedoch würden mit dem weiteren Ausbau erneuerbarer Energien Speichertechnologien zunehmend an Bedeutung gewinnen. Welche Technologie sich aber letztlich am Markt durchsetzen wird, sei im jetzigen Stadium nicht seriös zu beurteilen.

Nach der Vorstellung der Studien konfrontierten die Gesprächsteilnehmer die Ministerialverwaltung mit diversen Fragestellungen. Landrat Josef Laumer und die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden erkundigten sich vor allem nach dem Detaillierungsrad der Standortanalysen. Ministerialrat Stefan Thums betonte, dass die Potenzialbetrachtung lediglich das Ergebnis von Verschneidungen vorhandenen Kartenmaterials sei. Weder seien standortbezogene Einzelfallprüfungen noch Ortseinsichten vorgenommen worden. Mehrfach verwies Ministerialrat Stefan Thums im Rahmen der Diskussion darauf, dass die Standortanalyse nicht mehr als eine theoretische Betrachtung sei, mit der keinerlei Standortentscheidungen einhergingen.

Landrat Josef Laumer forderte dazu auf, die betroffenen Bürger und die verantwortlichen Kommunalpolitiker allumfassend und frühzeitig einzubeziehen, sollte die Potenzialanalyse konkretisiert werden. „Wir sind bereit, unseren Beitrag zu einer sicheren, bezahlbaren und umweltfreundlichen Energieversorgung zu leisten. Allerdings erwarten wir auch, von Beginn an eingebunden zu werden, wenn aus der rein abstrakten Potenzialbetrachtung tatsächlich konkrete Umsetzungsvorhaben entwickelt werden“, so Landrat Josef Laumer namens aller Delegationsteilnehmer. Mit der Zusage, entsprechend zu verfahren, schloss Ministerialrat Stefan Thums den Termin verbunden mit dem Dank für die sachlich und ernsthaft geführte Diskussion.