Ansicht des Landratsamtes mit Schriftzug und Treppe

Wasserschloss Haunkenzell vor weiterer Zerstörung gerettet

Notsicherung zum Erhalt des Denkmals durchgeführt 
 
 
Ein Baudenkmal mit großer städtebaulicher Dominanz im Landschaftsbild von Haunkenzell und mit bedeutendem geschichtlichen und gesellschaftlichen Wert für die Gemeinde Rattiszell und den Landkreis Straubing-Bogen konnte durch eine Notsicherungsmaßnahme vom weiteren Verfall geschützt werden. Am ehemaligen Wasserschloss in Haunkenzell wurde durch Maßnahmen an der Bausubstanz sichergestellt, dass nun ein Nutzungskonzept zum Erhalt des Denkmals ausgearbeitet werden kann.
 
Das Wasserschloss im Ortskern von Haunkenzell wurde im 16. Jahrhundert errichtet und im 17. und 18. Jahrhundert weiter ausgebaut. Ursprünglich war das Schloss eine Vierflügelanlage mit Ecktürmen. Davon sind jedoch nur noch der südöstliche und südwestliche Trakt mit einem Eckturm und Resten des ehemaligen Schlossweihers erhalten. Die anderen Gebäudeteile wurden zusammen mit den Ecktürmen und der Schlosskapelle wohl schon im 19. Jahrhundert abgerissen. Die zwei verbliebenen dreigeschossigen Schlossflügel wurden im Erdgeschoss der landwirtschaftlichen Nutzung angepasst. Heute fehlt der Schlossanlage auch der nordöstliche Gebäudeteil, der durch einen Einsturz abgegangen ist. Haunkenzell wurde im Jahr 1184 erstmals urkundlich erwähnt und durch das Kloster Oberalteich begründet. Im 17. Jahrhundert waren die Herren von Keck Inhaber von Haunkenzell, im 18. Jahrhundert die Dürnitz und anschließend bis 1882 die Asch und Poißl. Nach 1833 gelangte das Schloss mit den dazugehörigen Grundstücken in privaten Besitz. Bis 1964 wurde die Schlossanlage landwirtschaftlich genutzt. Heute ist das Schloss im Besitz der Familie Hilmer aus Haunkenzell.
 
Um das bedeutenden Wasserschloss vor der weiteren Verwahrlosung zu schützen, wurde als Sofortmaßnahme zur Notsicherung der Bausubstanz der teilweise baufällige Dachstuhl des Gebäudes zum Schutz vor weiteren Witterungseinflüssen ergänzt und ausgebessert sowie statisch gesichert. Auch die aufgehenden Wände wurden mittels Holz- und Stahlkonstruktionen ausgesteift und verspannt und damit gesichert. Durch diese Notsicherung wird wesentliche Bausubstanz wie Dachtragwerk und Mauerwerk vor weiterem Verfall bzw. Zerstörung geschützt. Die größte Schwierigkeit bei den Arbeiten bestand aufgrund der akuten Einsturzgefährdung einzelner Gebäudeteile. Die Sicherungsarbeiten mussten daher größtenteils mittels eines Baukranes und einer Arbeitskanzel von oben durchgeführt werden. Durch die Notmaßnahme ist gesichert, dass das Gebäude ordnungsgemäß restauratorisch aufgenommen und kartiert werden kann. Notwendig war die Maßnahme, um nun ein Nutzungskonzept zur Erhaltung des Denkmals ausarbeiten zu können. Durch die nun fast abgeschlossene Sicherungsmaßnahme wurde das ruinöse Gebäude wieder begehbar gemacht.
 
Möglich wurde die Notsicherung nach mehreren Ortsbesichtigungen und Vorbesprechungen durch Mittel des Landkreises Straubing-Bogen, des Bezirks Niederbayern, des Landesamtes für Denkmalpflege aus dem Entschädigungsfond und der Bayerischen Landesstiftung. Hervorzuheben ist aber auch der unermüdliche Einsatz und die tatkräftige Unterstützung der Eigentümer Alfred und Elfriede Hilmer und der gesamten Familie, die mit erheblichem zeitlichen Aufwand die Arbeiten selbst ausgeführt und die mit der Maßnahme betrauten Fachfirmen tatkräftig unterstützten.