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Nachwuchs dringend gesucht - Handwerkertage an den Mittelschulen des Landkreises und der Stadt

03.03.2016 Mit einem großen Aufgebot an Fachleuten und Vertretern des öffentlichen Lebens wurde am vergangenen Mittwoch an der Mittelschule der erste Nachwuchshandwerkertag eröffnet. „Die Veranstaltung hat sich in den letzten fünf Jahren im Landkreis Deggendorf zum Erfolgsmodell entwickelt“ sagte Armin Stöckel in seinem einführenden Statement als vorsitzender Kreishandwerksmeister und Initiator und fuhr fort: „Wir freuen uns sehr darüber, dass sich beim ersten Durchgang im Landkreis Straubing-Bogen und in der Stadt Straubing alle Mittelschulen mit 6. Jahrgängen an dem Projekt beteiligen“......

Pressemitteilung

Straubing, den 4. März 2016

Nachwuchs dringend gesucht - Handwerkertage an den Mittelschulen des Landkreises und der Stadt

Straßkirchen. (wg) Mit einem großen Aufgebot an Fachleuten und Vertretern des öffentlichen Lebens wurde am vergangenen Mittwoch an der Mittelschule der erste Nachwuchshandwerkertag eröffnet. „Die Veranstaltung hat sich in den letzten fünf Jahren im Landkreis Deggendorf zum Erfolgsmodell entwickelt“ sagte Armin Stöckel in seinem einführenden Statement als vorsitzender Kreishandwerksmeister  und Initiator des Projekts: 

„Wir freuen uns sehr darüber, dass sich beim ersten Durchgang im Landkreis Straubing-Bogen und in der Stadt Straubing  alle Mittelschulen mit  6. Jahrgängen an dem Projekt beteiligen“. Das Handwerk stehe vor großen Nachwuchsproblemen und man versuche nun, durch den direkten Kontakt von erfahrenen Meistern und Meisterinnen mit den Kindern, Informationen aus erster Hand zu vermitteln. Durch die gemeinsame Arbeit an einem konkreten Werkstück sollen nicht nur fachspezifische Arbeitsweisen  sondern vor allem auch die Freude am praktischen Tun vermittelt werden. Ein Studium wäre nicht unbedingt für jedes Kind das Richtige, wobei inzwischen auch ein Handwerker mit Meisterprüfung diesen Weg einschlagen könne.

Der Vorsitzende bedankte sich sehr herzlich für die ausgezeichnete Kooperation der Schulleitungen mit der Kreishandwerkerschaft Donau-Wald mit ihren 17 Innungen und 1 156 Mitgliedsbetrieben. „Handwerk hat nach wie vor goldenen Boden“ zitierte Landrat Josef Laumer eine alte Weisheit und plädierte dafür, die Kinder und Jugendlichen über deren natürliche Neugier zum praktischen Tun anzuleiten und über eigene Erfolgserlebnisse letztendlich auch zu einer gesteigerten Wertschätzung des Handwerks zu führen.  Er erinnerte daran, dass im vergangenen Jahr deutschlandweit über 85 000 Lehrstellen nicht besetzt werden konnten und er ist sich sicher, dass sich ausgezeichnete Laufbahnen im Handwerk anbieten würden. „Ohne Nachwuchs keine Zukunft für unsere Wirtschaft“ stellte Bürgermeister und Schulverbandsvorsitzender Dr. Christian Hirtreiter fest. Er freue sich sehr über das starke Echo des Projektes und wäre sich auch sicher über dessen Erfolg, denn „…nur was ich kenne, weiß ich zu schätzen!“

Schulamtsdirektor Johannes Müller verwies auf das Problem, dass viele Eltern sozialen Aufstieg mit Studium gleichsetzen  und deswegen oft die guten praktischen Anlagen vieler Kinder zu wenig gefördert würden. Dabei könne über handwerkliche Erfolge das Selbstwertgefühl eines Menschen sicher stärker gefördert werden, als über missglückte Schul- und Studiengänge. Für die engagierten Bemühungen seit vielen Jahren, Handwerk und Schule zusammenzubringen, sprach er den Vertretern der Betriebe und seinen Lehrerinnen und Lehrern ein großes Lob aus.

Andreas Mühlbauer, Geschäftsführer der Donau-Wald Kreishandwerkerschaft bedankte sich für die gute und selbstverständliche  Unterstützung von allen Seiten, die bei dem großen finanziellen und personellen Aufwand der Aktion auch dringend nötig war. Unternehmer Karl Lausser konnte aus seinem reichen, in 55 Berufsjahren gewonnenen Erfahrungsschatz überzeugende Argumente für eine gute praktische Grundausbildung liefern. Er stehe voll hinter dem Projekt der Nachwuchshandwerkertage und hoffe, dass sie zur Motivation von Kindern und Eltern, eine handwerkliche Ausbildung zu beginnen, beitragen werden. Rita Kienberger vom Regionalmanagement des Landkreises und Tanja Seubert, zuständig für den Stadtbereich, beide verantwortlich  für Koordination und Kooperation, hatten das Projekt von Anfang an unterstützt und sicherten dies auch für die Zukunft zu. Schulleiter Martin Mühlbauer, der selber über eine zunächst handwerkliche Ausbildung seinen heutigen Beruf gefunden hat, unterstrich die Bedeutung praxisorientierter Bildung gerade für die Jugendlichen der Mittelschule. Dabei spiele die Vermittlung durch Fachkräfte, die schnell zum Vorbild werden können, eine besondere Rolle.In vier Gruppen konnten die Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse unter fachkundiger Anleitung ein Werkstück erstellen. Stellvertretender Obermeister Andreas Meier von der Innung Sanitär, Heizungs- und Klimatechnik motivierte seine Praktikanten mit einem stabilen Handyhalter, der von allen am Vormittag geschafft wurde. Unterstützung gab es von Evi Malek, Installations- und Heizungsbaumeisterin und deren Lehrling Quirin Bauer. Verschiedene Techniken beim Bemalen einer Schatztruhe lernten die Jugendlichen bei den Vertretern der Maler- und Lackiererinnung, Obermeister Oskar Dürr und stellvertretender Obermeister Florian Pacher. Sie ergänzten ihre Praxis durch einen Imagefilm mit der Darstellung der Berufsfelder vom Kirchenmaler bis zum Autolackierer.

Stolz waren die Schüler auf ihre Tabletboards, die sie unter der fachkundigen Anleitung von Schreinermeister Johann Berger, Vertreter der Schreiner-Innung, hergestellt hatten. Favorit bei den Werkstücken wurde der funktionierende „Kusstester“, der Grundkenntnisse über elektrische Schaltungen und Widerstände vermittelte. Der Einfall dazu und die Ausführung kamen von der Innung für Elektro- und Informationstechnik, vertreten durch die beiden Obermeister Klaus Kerscher und Erwin Reith.

Kategorien: Zukunftsbüro, Regionalentwicklungsverein