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"Eigene Wünsche und Interessen wurden zurückgestellt"

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02.11.2017 Verleihung der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Helga Kellner

Nur 0,004 Prozent der deutschen Bevölkerung wird jährlich jene Auszeichnung zuteil, die am Donnerstag im Landratsamt Straubing-Bogen an Helga Kellner aus Landorf/Stallwang übergeben wurde. Nämlich die Verleihung der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Die 74-Jährige pflegte 16 Jahre – von 2001 bis zum Tod am 23. Februar 2017im Alter von 94  – ihre Tante Rosina Heigl. Rosina Heigl war bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens auf Hilfe von Helga Kellner angewiesen. Diese notwendige Pflege umfasste alle gewöhnlichen und wiederkehrenden Leistungen im Bereich der Körperpflege, Ernährung, Mobilität und hauswirtschaftlichen Versorgung. Die Nahrung musste mundgerecht zubereitet werden, beim An- und Auskleiden musste geholfen werden und sie in den Rollstuhl bzw. das Bett gehoben werden. Auch nächtlicher Einsatz war immer wieder notwendig.

„Eigene Wünsche und Interessen wurden zurückgestellt“, hob Landrat Josef Laumer in seiner Laudation hervor. „Das eigene Leben wurde an den Bedürfnissen der Tante ausgerichtet. Das hat sehr viel Kraft und Durchhaltevermögen verlangt. Auf das Geleistete darf die Geehrte wirklich stolz sein“, so der Landrat weiter.

Anerkennung und Dankeschön für diese aufopferungsvolle Tätigkeit gab es auch von MdB Alois Rainer, MdL Hans Ritt (MdL Josef Zellmeier war wegen einer Zahn-OP verhindert) und Stallwangs Bürgermeister Max Dietl. „Ein großes Dankeschön für diesen großartigen Einsatz“, so Rainer. Und Hans Ritt ergänzte: „Man kann das gar nicht aufwiegen und mit Worten ausdrücken, was im Bereich der Pflege von Angehörigen geleistet wird.“ Max Dietl hob ebenfalls noch einmal die Belastungen der vergangenen Jahre hervor. „Helga Kellner hat sich schon seit 30 Jahren um ihre Tante gekümmert, die vergangenen 16 Jahre waren dann Intensivpflege hoch drei. Die Auszeichnung ist wirklich mehr als verdient, denn selbst die Zeit für Spaziergänge war in dieser Zeit nicht selbstverständlich. Jetzt ist seit zwei Jahren zusätzlich auch noch der eigene Mann pflegebedürftig.“

Dass Gemeinde und Landkreis an sie dachten und sich für die Auszeichnung einsetzten, erfüllte Helga Kellner mit großer Freude: „Mich hat das sehr gefreut und dafür möchte auch ich Dankeschön sagen.“ Es zeigt die Bescheidenheit dieser Frau, dass sie sich selbst da noch bedankt, wo eigentlich sie das danke einer gesamten Gesellschaft verdient hat.

Foto: MdL Hans Ritt, Landrat Josef Laumer, Helga Kellner, MdB Alois Rainer und Stallwangs 1. Bürgermeister Max Dietl (von links).

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