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Die Nachwuchshandwerker sind los

10.03.2017 Noch bis Anfang Mai bekommen die Sechstklässler der Mittelschule erste praktische Erfahrungen

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Wenn viele Handwerker-Fahrzeuge vor einer Schule parken, bedeutet das normalerweise: Umbau. Nicht so in den kommenden Wochen an den Mittelschulen der Region: Hier kommen die Handwerker nicht an die Schulen, um Geld zu verdienen – sie kommen, um den Schülern etwas beizubringen. Denn es sind wieder Nachwuchshandwerkertage im Landkreis Straubing-Bogen.

Nach der Premiere im vergangenen Jahr mit 16 Mittelschulen sind 2017 alle 17 Mittelschulen im Landkreis sowie zwei Sonderpädagogische Förderzentren mit dabei – zur Auftaktveranstaltung in der Mittelschule Ittling hat sich das Sonderpädagogische Förderzentrum Straubing angeschlossen. Zwischen vier Gewerken mussten sich die Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen vorab entscheiden. In Schreiner, Elektriker, Maler oder Sanitär-, Heiz- und Klimatechniker (SHK) durften sie sich für einen Vormittag verwandeln. In jeder Gruppe wurden gemeinsam mit erfahrenen Handwerksmeistern anspruchsvolle Werkstücke angefertigt, die die Kinder im Anschluss mit nach Hause nehmen durften. Zudem bekam jedes von ihnen ein hochoffizielles Zertifikat, das sich in einer späteren Bewerbungsmappe sicher gut machen wird.

Bei dem Projekt handelt es sich um eine Kooperation der Bildungsregion Straubing-Bogen mit der Kreishandwerkerschaft, die auch mit Fördermitteln des Regionalmanagements unterstützt wird. Regionalmanagerin Carolin Riepl freut sich, dass die Aktion so gut ankommt: „Wir möchten den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in modernes Handwerk geben und ihnen zeigen, dass sie nur mit ihren Händen Einzigartiges bauen können. Dass die Resonanz so gut ist, beweist, dass wir etwas richtig machen.“

 „Dieser Tag ist für die sechsten Klassen enorm wichtig“, sagt auch Christiane Niedermeier, Rektorin der Mittelschule Ittling. Er sei ideal, um schon früh seine Fähigkeiten zu entdecken. „Vor allem, wenn es so wunderbar organisiert und betreut ist“, lobt sie.

Kreishandwerksmeister Armin Stöckel weiß: „Dinge, die Spaß machen, bleiben im Gedächtnis. Wir wollen mit dieser Aktion die Wertigkeit des Handwerks wieder etwas anheben. Denn es hat leider noch immer einen schlechten Ruf bei der Berufswahl: Die Eltern wollen nicht, dass ihr Kind ‚bloß‘ Handwerker wird. Dabei bietet gerade diese Schiene so viele Möglichkeiten.“

Das Besondere an diesem Tag, so die Rektorin, sei vor allem, dass die Schüler mit echten Handwerkern zusammenarbeiten. „Das ist eine völlig andere Atmosphäre als beispielsweise im Werkunterricht. Denn hier bemerken die Schüler auf einmal: Das was ich hier mache, mache ich nicht für die Schule, sondern ganz für mich selbst und meine Zukunft.“

Die Handwerksmeister, die ihre Zeit ehrenamtlich opfern, sind noch bis Anfang Mai auf Tour durch die Mittelschulen im Landkreis und freuen sich auf weitere begeisterte Schülerinnen und Schüler.

 

Das Foto zeigt die Schülerinnen und Schüler der MS Ittling, die beim Nachwuchshandwerkertag mit voller Konzentration bei der Sache waren.

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