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Entscheidungsgrundlage direkt vor Ort: Bauausschuss besichtigt auf Rundfahrt Straßenbauprojekte im Landkreis

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15.10.2019 Geplante Tiefbau-Investitionen in Höhe von knapp 4,8 Millionen Euro für das Jahr 2020

Knapp 544 Kilometer beträgt das Kreisstraßennetz des Landkreises Straubing-Bogen und ist damit das Drittlängste in ganz Bayern. Entsprechend arbeits- und kostenintensiv ist der Unterhalt dieser Straßen. Auf der Prioritätenliste für das Jahr 2020 stehen Baumaßnahmen in Höhe von knapp 4,8 Millionen Euro, verteilt auf sechs Projekte.

Einen Teil davon stellte Tiefbauamtsleiter Markus Fischer den Mitgliedern des Bauausschusses am Montag direkt vor Ort bei der alljährlichen Rundfahrt zu den neuralgischen Punkten der Kreisstraßen vor. „Die Mitglieder des Bauausschusses sehen dann selbst, warum manche Maßnahmen notwendig sind. Das ist aussagekräftiger und sinnvoller als ein Vortrag oder Bilder“, erklärt Markus Fischer. Auch Landrat Josef Laumer hält diese Bauausschuss-Rundfahrt für eine gute Einrichtung. „Man bekommt auch ein Gespür für einzelne Verkehrsbelastungen oder unterschiedliche Zustände oder Breiten der Straßen. Das ist als Entscheidungsgrundlage immer wichtig.“

Aus der Prioritätenliste 2019 konnten wegen der fehlenden Förderzusage drei Projekte nicht umgesetzt werden, die für 2020 aufgenommen wurden: Die Oberbauverstärkung der SR 12 ab der Grenze Stadt/Landkreis bis Asham, die SR 28 Falkenfels – Saulburg (Bauabschnitt I) und die SR 40 von Klinglbach bis zur Grenze zum Landkreis Regen. Vier Projekte aus der Prioritätenliste 2019 konnten durchgeführt werden, wovon eines (Brücke Hadersbach) sich noch in der Umsetzungsphase befindet. Zu Beginn des Jahres sorgte die Förderzusage für nur ein Projekt für das Jahr 2019 für massive Proteste von Landrat Josef Laumer bei den entsprechenden Stellen. Dank der Intervention des Landrats und unter Mithilfe von Landtagsabgeordneten Josef Zellmeier konnten dann aber weitere Zusagen erreicht werden.

In der Prioritätenliste für 2020 steht ganz oben das Brückenbauwerk Haberkofen, das 2018 in die mittelfristige Finanzplanung aufgenommen wurde. Der bauliche Zustand des Brückenwerks erfordert umgehend einen Neubau. Weiter auf der Liste stehen auch die Oberbauverstärkung der SR 2 zwischen Metting und Hainsbach und die Ortsdurchfahrt Bogen (Stadtumbau West, Bauabschnitt II).

Die Prioritätenliste wurde einstimmig im Bauausschuss verabschiedet. Welche Projekte letztendlich 2020 dann tatsächlich umgesetzt werden können, hängt von der Verteilung der Fördermittel ab – und im Falle der Ortsdurchfahrt Bogen auch vom Grunderwerb der Stadt Bogen. „Wir haben die entsprechenden Finanzmittel eingestellt“, sagt Markus Fischer. „Aber ohne Förderzusage können wir nicht bauen.“

Einstimmig  beschloss der Bauausschuss auch drei Neuaufnahmen in die mittelfristige Finanzplanung in Höhe von knapp 1,7 Millionen Euro. Dabei handelt es sich um die SR 49 Ochsenweiher – Meidendorf, sowie zwei Brücken-Ersatzneubauten: Die kleine Laberbrücke Laberweinting auf der SR 60 und die Sockabrücke in Ascha (SR 68). „Wir haben insgesamt knapp 100 Brücken im Landkreis. Zwar halten Brücken im Schnitt zwischen 90 und 100 Jahre, aber wir dürfen auch in diesem Bereich keinen größeren Investitionsstau zulassen. Sonst überrollt uns das in späteren Jahren“, verdeutlichte Markus Fischer, warum nun vermehrt auch die Brücken in den Fokus der Tiefbauverwaltung geraten.

Zufrieden zeigte sich auch Landrat Josef Laumer mit den vorgestellten Maßnahmen. „Wir investieren in die Infrastruktur und damit die Zukunft des Landkreises. Ich hoffe, dass dann auch die entsprechenden Förderzusagen eintreffen, denn von der Notwendigkeit der Bauvorhaben konnten wir uns aus erster Hand überzeugen.“

Überzeugt haben sich die Ausschussmitglieder auch von einigen fertig gestellten Projekten, so zum Beispiel an der SR 12 zwischen Irlbach und Entau. „Als dringend notwendig“, erachtete nicht nur Landrat Laumer den Ausbau, wie ihm Rückmeldungen aus der Bevölkerung zeigen. „Es kommt eigentlich selten vor, dass mehrfach am Tag zum gleichen Thema Anrufe eingehen. Aber nach der Verkehrsfreigabe haben tatsächlich mehrere Leute im Vorzimmer angerufen, um ihre Zufriedenheit mit diesem Bau kundzutun.“

 

 

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