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"Ich musste da nicht lange überlegen"

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25.01.2018 Wie alle Beteiligten vom Pilotprojekt Seniorentaxi profitieren können

Mit dem ab Sommer geplanten, deutschlandweit einmaligen, Pilotprojekt Seniorentaxi, will der Landkreis Straubing-Bogen die Mobilität der Senioren deutlich verbessern. „Eine super Idee“, findet Hilmar Hamer, Taxiunternehmer aus Bogen, der seit August 2017 mit dem Jugendtaxi schon positive Erfahrungen gemacht hat.

„Ich finde es sehr gut, dass der Landkreis den Jugendlichen mit diesem Angebot die Möglichkeit gibt, sicher zum Fortgehen und wieder nach Hause zu kommen und dass man das jetzt auch auf die Senioren ausweitet“, so Hamer. Das Angebot für das Seniorentaxi ist vergleichbar mit jenem für das Jugendtaxi. Das Konzept soll es Senioren ab dem 70. Geburtstag mit Hauptwohnsitz in einer Landkreisgemeinde ermöglichen, auch außerhalb der ÖPNV-Fahrzeiten mobil zu sein. Dafür gibt es auch einen 50-prozentigen Zuschuss des Landkreises. Dieser erfolgt über den Kauf von Wertschecks (Plastikkarten im Wert von 2, 5 oder 10 Euro). Der Käufer muss pro erworbenem Wertscheck nur 50 Prozent des Wertes bezahlen, pro Monat können von jeder berechtigten Person Wertschecks in Höhe von maximal 60 Euro gekauft werden. „Wir wollen keine Konkurrenz, sondern ein Zusatzangebot zum öffentlichen Nahverkehr oder Bürgerbussen schaffen“, sagt Landrat Josef Laumer. Deshalb gelten die Wertschecks nicht nur für das Seniorentaxi sondern auch für ÖPNV und Bürgerbus und Fahrten per Wertscheck mit dem Taxi sind neben Samstag, Sonntag und Feiertags ganztägig von Montag bis Freitag nur in den Zeiten von 9 bis 12 Uhr und 18 Uhr bis 6 Uhr des Folgetages möglich (maßgeblich ist der Zeitpunkt des Fahrtbeginns).

„Ich habe nur gute Erfahrungen mit den Jugendtaxi gemacht und bin mir sicher, dass das beim Seniorentaxi ähnlich sein wird“, schildert Hamer aus Sicht eines Taxiunternehmens. „Die Abrechnung mit den Wertschecks läuft problemlos. Wenn man ein paar beisammen hat, reicht man sie einfach beim Landratsamt ein und die Auszahlung erfolgt prompt. Ich kann schon sagen, dass ich durch das Jugendtaxi gerade zu Nachtzeiten eine Umsatzsteigerung von bis zu 20 Prozent habe.“ Für Hamer war und ist es deshalb auch keine Frage, sich auch am Seniorentaxi wieder zu beteiligen. „Ich finde das hervorragend und musste da nicht lange überlegen. Man sieht, dass im Landkreis das Zusammenspiel auch mit den Gemeinden stimmt.“ Dass das Angebot angenommen wird, davon geht er aus. „Vielleicht sind die älteren Leute zu Beginn etwas vorsichtig, weil meine Erfahrung schon ist, dass sie häufig nichts vom Staat annehmen wollen. Aber es ist ein Bonus des Landkreises für die älteren Leute. Und mit dem Theater in Straubing oder dem Kulturforum in Oberalteich – um nur zwei Beispiele zu nennen – gibt es einige Anlaufpunkte, wo ältere Leute aus dem Landkreis gerne mal hinwollen, aber ohne das Seniorentaxi vielleicht nicht hinkommen.“ Aus finanziellen Gründen ist davon auszugehen, dass sich, ähnlich dem Jugendtaxi, auch mehrere Senioren für eine Fahrt zusammentun. „Meistens sind es mindestens vier Personen“, hat Hamer bereits Erfahrungswerte. Bis zu sieben Personen können von ihm bei einer Fahrt mitgenommen werden, denn das größte Auto seines Unternehmens ist ein Acht-Sitzer. „Der kommt oft zum Einsatz. Es gibt für die Landkreis-Jugendlichen einige beliebte Anlaufpunkte, wo man mit mehreren Leuten gemeinsam hinfährt“, erläutert er. „Ich kann mir gut vorstellen, dass das auch beim Seniorentaxi so sein wird. Nur eben für eine andere Altersgruppe.“

Wünsche hat Hilmar Hamer zur geplanten Einführung des Seniorentaxis im Sommer aber auch: „Ich hoffe, dass viel Werbung von vielen Stellen dafür gemacht wird, damit auch alle über das Angebot Bescheid wissen. Und auch die Taxiunternehmer müssen alle Fahrer über die Annahme der Wertschecks aufklären. Dann bin ich mir sicher, dass das für alle Seiten ein Erfolgsmodell wird.“

Das hofft auch der Landrat: „Wir werden sicher rechtzeitig vor dem Start des Projekts noch einmal detailliert alle möglicherweise offenen Fragen klären und intensiv informieren und aufklären.“ Einen Wunsch hat aber auch Josef Laumer abschließend noch: „Dass sich nicht nur viele Senioren beteiligen, sondern dass auch die Taxiunternehmen der Sache aufgeschlossen gegenüber stehen. Denn je mehr aus unterschiedlichen geographischen Bereichen mit dabei sind, umso einfacher ist es natürlich auch für die Bevölkerung, das Angebot dann auch zu nutzen. Und zusätzliche Einnahmemöglichkeiten können Unternehmen sicher immer brauchen.“ Mit Hilmar Hamer hat er jedenfalls einen entschlossenen Fürsprecher. „Außer der Tatsache, dass es immer schwieriger wird, neue Fahrer zu finden, sehe ich keinen Grund, warum man da nicht mitmachen sollte.“

Foto: Hilmar Hamer (gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Simone Sailer) ist ein großer Verfechter des neu geplanten Landkreis-Projekts „Seniorentaxi“.

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