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„Nur gemeinsam schaffen wir effektive Hilfe“

Die Haupt- und Ehrenamtlichen beim Treffen in Bogen gemeinsam mit der Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte des Landkreises Straubing-Bogen, Dr. Verena Sattler-Schötz (stehend hinten, 3. von links).
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21.05.2019 Die Haupt- und Ehrenamtlichen in den Bereichen Bildung und Integration besprechen die aktuelle Lage der neuzugewanderten Kinder in Bogen

Seit letztem Frühjahr unterhält die Regierung von Niederbayern eine staatliche Gemeinschaftsunterkunft (GU) am Bogener Bahnhof, die vorwiegend von Familien belegt ist. Etwa fünf Dutzend Kinder im Kita- und Grundschulalter wohnen daher dort. „Je früher sie ansetzt, umso besser gelingt Integration“, sagt die Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte des Landkreises Straubing-Bogen, Dr. Verena Sattler-Schötz. Deshalb fand auf Einladung des Integrationslotsen, Martin Schaller, eine Besprechung der Haupt- und Ehrenamtlichen in den Bereichen Bildung und Integration statt, um gemeinsam bestehende und benötigte Unterstützungsangebote zu diskutieren.

Als besonders erfreulich wurde die große Akzeptanz der Kinderspielgruppe Gemeinschaftsunterkunft hervorgeben. Die Eltern schicken ihre Kinder gerne zu dieser willkommenen Abwechslung und „manche Kinder freuen sich schon die ganze Woche auf diesen Termin“, betonte Heidi Flegler, die sich dort ehrenamtlich um die Kinder kümmert. Wenngleich bislang alles gut geklappt habe, so kam doch die Frage nach einem etwaigen Versicherungsschutz auf. Diesbezüglich klärte Dr. Verena Sattler-Schötz, grundlegende Fragen. Dabei ging sie vor allem auf die Bayerische Ehrenamtsversicherung ein, die als sogenannte Auffangversicherung freiwilliges Engagement bayernweit absichern soll.

Dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch Unklarheit über dringend benötigte, zusätzliche Kitaplätze besteht, wurde allseits stark bedauert – zumal diese Frage auch für Einheimische von Interesse sei. Thematisiert wurde auch die Kinderbetreuung während der Ferien, insbesondere während der sechs Wochen dauernden Sommerferien. Durch die gemeinsame Teilnahme an Ferienprogrammen mit deutschen Kindern könnten Freundschaften geknüpft und die erworbenen Sprachkenntnisse gefestigt werden. „Hier fehlen jedoch niedrigschwellige Angebote, die die neuzugezogenen Eltern erreichen und nicht organisatorisch überfordern, weil ihnen zur Anmeldung ihrer Kinder eine eigene E-Mail-Adresse oder schlicht die Sprachkenntnisse fehlen“, gab Rita Kobold zu bedenken, die den Geflüchteten bereits seit einigen Jahren hilft.

Sehr positiv entwickelt hat sich die Integration an der Grundschule Bogen. Die Schulleitung führte das insbesondere auf den im Januar abgehaltenen, interkulturellen Elternabend zurück, bei dem viele offene Fragen mithilfe einer Dolmetscherin geklärt werden konnten. Auf ehrenamtliche Anfrage hin erläuterte die Bildungskoordinatorin  Dr. Sattler-Schötz die diversen staatlichen Unterstützungsformen wie die Einstellung von sogenannten Drittkräften, die individuelle Lernförderung über das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundesarbeitsministeriums oder die Möglichkeit einer außerschulischen Hausaufgabenbetreuung mit Schwerpunkt Deutschförderung gemäß den Vorgaben des Bayerischen Innenministeriums. In welchem Umfang von diesen Fördermöglichkeiten Gebrauch gemacht werden wird, ist derzeit noch offen. Dass der kontinuierliche Informationsaustausch zu den besprochenen Themen für die Umsetzung praxisnaher Unterstützung weiterhin unabdingbar sein wird, hat die Vergangenheit allerdings deutlich gezeigt: „Nur gemeinsam schaffen wir effektive Hilfe, die bei den Kindern ankommt“, resümiert daher Anita Karl das Treffen abschließend.

Foto: Die Haupt- und Ehrenamtlichen beim Treffen in Bogen gemeinsam mit der Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte des Landkreises Straubing-Bogen, Dr. Verena Sattler-Schötz (stehend hinten, 3. von links).

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